Ich weiß, das Thema ist relativ alt und es ist auch schon mehrmals besprochen worden, aber ich mache die Tüte hier jetzt einfach noch mal auf, sachlich.
Ich bin absolut dafür, den Spielbetrieb auf einmal 9 innings umzustellen.
Ich bin ja in den letzten Jahren äußerst intensiv am Spielbetrieb im Landesverband als Schiedsrichter beteiligt, kenne de facto alle Spieler, alle Clubs, und meine Beobachtung ist, dass es tatsächlich den allermeisten Beteiligten nur Vorteile bringen würde, die Double Header endgültig sein zu lassen und auf einmal 9 Inings umzustellen.
Argument für die Double Header war ja immer, dass es für die Entwicklung der Spieler und der Mannschaften gut sei, einfach mehr Innings zu spielen, so nach dem Motto viel hilft viel.
Die Realität, die ich in den letzten Jahren beobachtet habe, ist jedoch, die dass die allermeisten Teams im zweiten Spiel dermaßen stark abbauen, dass man den Eindruck hat, dass man sich dieses Spiel hätte am besten schenken können;
vielen Clubs fehlt es an P & C für das zweite Spiel bzw die Catcher blasen teils aus dem letzten Loch, wenn sie das zweite Spiel machen müssen (was sie ja seit einigen Jahren dürfen) und vielen Spielern und Teams fehlt es schlichtweg an Körnern für ein zweites Spiel, stolpern teils japselnd mit hochroten Köpfen durch die Innings dieses zweiten Spiels (no offense!) und man hat teils wirklich Angst, dass sie sich verletzen.
Die meisten HBP's, Wegrutscher, Obstruktions, katastrophale Überwürfe etc.: Immer 2. Spiel.
Viele Trainer stecken mir auch bei Unterhaltungen "Ich kann froh sein, wenn ich unter der Woche fünf Leute im Training habe";
da stellt sich dann natürlich schon die Frage, wie soll so ein Spieler, wenn er nicht ins Training geht, und vielleicht einmal im Monat zu einem Spiel kommt, dann sechs Stunden beispielsweise an einem 28. Juli bei 38 Grad durchhalten soll.
Von daher ist der sportliche Wert in diesen zweiten Spielen meiner Meinung nach oft sehr gering; und bei vielen Beteiligten habe ich den Eindruck, dass sie einfach froh sind, wenn das Ganze vorbei ist und das zweite Spiel einfach als ein relativ übler Grind wahrgenommen wird, der halt abgespult werden muss.
Die meisten Zuschauer, also von den wenigen, die ohnehin da sind, gehen die meisten auch oft nach dem ersten Spiel, so dass diese zweiten Spiele oft eher unleidigen Geisterspielen gleichen.
In vielen dieser zweiten Spiele stemmen sich die Mannschaften auch nicht in erster Linie gegen den sportlichen Gegner im anderen Dug Out, sondern meist gegen die Statuten, sprich gegen die Merci Rules; da wird dann immer geschaut, wie viel Runs müssen wir noch machen, damit wir überhaupt noch weiter spielen können.
All das generiert für mich ganz einfach eine Melange, die sehr unattraktiv für alle Beteiligten ist, auch für die Außenstehenden.
Ich kann mich tatsächlich an keine überhörte Unterhaltung von Zuschauern erinnern, die nach dem zweiten Spiel gesagt hätten "man war das geil und spannend, gut, dass wir geblieben sind, das muss ich jetzt gleich meinem Cousin sagen, der soll sich beim Baseball anmelden" oder ähnliches.
Vorteil wäre natürlich auch bei 1x 9 Innings, dass man an solchen Spieltagen 16h - 17h wieder zu Hause wäre und so vom WE was bleibt.
Ich weiß, dass das in der Vergangenheit teils emotional diskutiert worden, ist von daher bitte ich einfach um eine zivilisierte sachliche Diskussion.
Die derzeitigen Aufwandsentschädigungen für die beteiligten Ofiziellen würde ich beibehalten, dann wäre das auch wieder finanziell eher im Lot als es zur Zeit ist.
Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
- Matthias Rucker
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Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Ich bin auch eher pro 1x9 Innings.
Hätte auch zwei weitere Vorteile:
- Es steigert die Attraktivität der Bayernliga für die ambitionierteren Teams, da man da ja mehr spielen kann (nämlich Doubleheader).
- Es würde den Pool der Landesliga/klasse größer machen und man könnte regionalere Gruppe aufmachen. Mit kürzeren Fahrtwegen.
Hätte auch zwei weitere Vorteile:
- Es steigert die Attraktivität der Bayernliga für die ambitionierteren Teams, da man da ja mehr spielen kann (nämlich Doubleheader).
- Es würde den Pool der Landesliga/klasse größer machen und man könnte regionalere Gruppe aufmachen. Mit kürzeren Fahrtwegen.
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- Batboy
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Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Irgendwo hast du zwar Recht, allerdings denke ich das deine Problemlösung eher in die Falsche Richtung geht.
Wir haben zu wenig Pitcher und Catcher. Daraus entstehen hier grottige Spiele mit 20 und mehr Runs. Die Stellschraube an der wir drehen müssen ist die, das wir mehr Catcher und Pitcher bekommen.
Wenn Trainer bei den Schülern (Livepitch) ihren "Top" Pitcher bis zur Grenze Pitchen lassen und der Rest vom Team kaum Pitching Einsatz bekommt, kann sich kein anderer Spieler Entwickeln. Dies gilt hier auch für alle anderen Positionen in der Defensive. Ich kann mich gut Erinnern als ein US-Spieler sich wunderte warum die alle so lange auf ihre Positionen spielen dürfen. Hier sollte Festgelegt werden, dass ein Spieler max 2 Inning auf einer Position spielen darf. Auch im Jugend Bereich sollte es eine max. IP grenze pro Spiel (3 Inning) geben um hier den anderen Teammitgliedern die Chance zu geben sich zu entwickeln.
Workshops für die Trainer zur Thematik wie bilde ich Pitcher und Catcher aus könnten das ganze nochmal abrunden.
Auch die Kader (Landesverbände und DBV) würden hier gut provitieren.
MfG
M Glaser
Wir haben zu wenig Pitcher und Catcher. Daraus entstehen hier grottige Spiele mit 20 und mehr Runs. Die Stellschraube an der wir drehen müssen ist die, das wir mehr Catcher und Pitcher bekommen.
Wenn Trainer bei den Schülern (Livepitch) ihren "Top" Pitcher bis zur Grenze Pitchen lassen und der Rest vom Team kaum Pitching Einsatz bekommt, kann sich kein anderer Spieler Entwickeln. Dies gilt hier auch für alle anderen Positionen in der Defensive. Ich kann mich gut Erinnern als ein US-Spieler sich wunderte warum die alle so lange auf ihre Positionen spielen dürfen. Hier sollte Festgelegt werden, dass ein Spieler max 2 Inning auf einer Position spielen darf. Auch im Jugend Bereich sollte es eine max. IP grenze pro Spiel (3 Inning) geben um hier den anderen Teammitgliedern die Chance zu geben sich zu entwickeln.
Workshops für die Trainer zur Thematik wie bilde ich Pitcher und Catcher aus könnten das ganze nochmal abrunden.
Auch die Kader (Landesverbände und DBV) würden hier gut provitieren.
MfG
M Glaser
Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Absolut gute Gedanken, Mister Glaser!
Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Überhaupt sollte man die Attraktivität der Bayernliga mal deutlich aufpimpen, mit Werbung etc.; schließlich ist das die erste Liga mit ambitioniertem Baseball, wo vorrangig deutsche Spieler unterwegs sind, und vor allen Dingen regionale Spieler, mit einem hohen Identifikationswert.
Z.B hat mir die Saisoneröffnung in Erlangen absolut Spaß gemacht; so könnte man die Spiele eigentlich regelmäßiger aufziehen.
Aber hier war es auch so, super Stimmung im ersten Spiel, richtig geile Show, und im zweiten war dann eher wieder der Grind. Mit deutlich weniger Zuschauern.
In den höheren Ligen sind ja dann doch eher relativ viele Wanderspieler aus dem Ausland unterwegs, die heute hier, morgen da spielen, ohne das jetzt großartig negativ darstellen zu wollen; ist halt einfach der jeweiligen Liga geschuldet.
Z.B hat mir die Saisoneröffnung in Erlangen absolut Spaß gemacht; so könnte man die Spiele eigentlich regelmäßiger aufziehen.
Aber hier war es auch so, super Stimmung im ersten Spiel, richtig geile Show, und im zweiten war dann eher wieder der Grind. Mit deutlich weniger Zuschauern.
In den höheren Ligen sind ja dann doch eher relativ viele Wanderspieler aus dem Ausland unterwegs, die heute hier, morgen da spielen, ohne das jetzt großartig negativ darstellen zu wollen; ist halt einfach der jeweiligen Liga geschuldet.
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Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Absolute Befürwortung für 1x9 - das zweite Spiel ist oft eher so ein Übungsspielchen für Nachwuchspitcher, denen kann man bestimmt auch anders Praxis verschaffen oder eben als Reliever im 1. und dann einzigen Spiel.
Verstehe auch, dass Burgerverkauf zwischen den Spielen eine Einnahmequelle ist, aber das muss ja bei 9 Innings nicht wegfallen, wenn man sich dafür die Mühe macht ein bisschen Original-Stimmung aufkommen zu lassen. 7th-Inning stretch, Take Me Out To The Ballgame, Don‘t Stop Believing, irgendwelche Einlagen zwischen den Innings, Maskottchen fährt auf dem Traktor rum, die Weinkönigin wird interviewed, der beste Schnauzer prämiert, (Diskoplatten verbrannt) etc. etc. mehr Show bieten statt nur Spielbetrieb abhandeln. Die Stimmung am Feld hat oft triste Friedhofsatmosphäre und zwar nicht nur an regnerisch-kühlen April-Sonntagen in der Arena. Und ich meine, dass es sich vielleicht doch herumsprechen würde wenn z.B. jeden zweiten Samstagnachmittag ein fetziges Heimspiel stattfindet, wo die Leute was im real life erleben können, 2,5-3h lang etwas Eskapismus genießen, wenn der Ball fetzt und die plays gemacht werden und die Innings schnell wechseln, keine Walk-Feste. Und den Aufwand für die Show drumherum für 1x9 zu organisieren ist bestimmt leichter und macht vielleicht sogar Spaß.
In Gröbenzell waren am 1.6. echt viele Zuschauer da, deutlich mehr als was man anderswo sieht und am Schluss, als der Platz schon 20 Minuten lang abgebaut und hergerichtet wurde, saß da eine Dame noch und zu hat ihrem Begleiter etwas traurig gemeint, dass es ja jetzt wieder so leise und ruhig sei… die hat sich begeistern lassen an dem Tag und die würde bestimmt auch wiederkommen.
Die nennen das Playstation-Spiel nicht umsonst „MLB - The Show“ und nicht „MLB - Spielbetrieb“
Verstehe auch, dass Burgerverkauf zwischen den Spielen eine Einnahmequelle ist, aber das muss ja bei 9 Innings nicht wegfallen, wenn man sich dafür die Mühe macht ein bisschen Original-Stimmung aufkommen zu lassen. 7th-Inning stretch, Take Me Out To The Ballgame, Don‘t Stop Believing, irgendwelche Einlagen zwischen den Innings, Maskottchen fährt auf dem Traktor rum, die Weinkönigin wird interviewed, der beste Schnauzer prämiert, (Diskoplatten verbrannt) etc. etc. mehr Show bieten statt nur Spielbetrieb abhandeln. Die Stimmung am Feld hat oft triste Friedhofsatmosphäre und zwar nicht nur an regnerisch-kühlen April-Sonntagen in der Arena. Und ich meine, dass es sich vielleicht doch herumsprechen würde wenn z.B. jeden zweiten Samstagnachmittag ein fetziges Heimspiel stattfindet, wo die Leute was im real life erleben können, 2,5-3h lang etwas Eskapismus genießen, wenn der Ball fetzt und die plays gemacht werden und die Innings schnell wechseln, keine Walk-Feste. Und den Aufwand für die Show drumherum für 1x9 zu organisieren ist bestimmt leichter und macht vielleicht sogar Spaß.
In Gröbenzell waren am 1.6. echt viele Zuschauer da, deutlich mehr als was man anderswo sieht und am Schluss, als der Platz schon 20 Minuten lang abgebaut und hergerichtet wurde, saß da eine Dame noch und zu hat ihrem Begleiter etwas traurig gemeint, dass es ja jetzt wieder so leise und ruhig sei… die hat sich begeistern lassen an dem Tag und die würde bestimmt auch wiederkommen.
Die nennen das Playstation-Spiel nicht umsonst „MLB - The Show“ und nicht „MLB - Spielbetrieb“
Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
So was von Amen.
Go kill the miserable 2nd Game Grind.
Have some fun in the sun for cryin' out loud.
And look forward to next week's ballgame.
Not ballgames.
Go kill the miserable 2nd Game Grind.
Have some fun in the sun for cryin' out loud.
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- Batboy
- Beiträge: 18
- Registriert: 17.11.2018, 15:53
Re: Umstellung des Spielbetriebes auf einmal neun Innings
Zu "bisschen Original-Stimmung aufkommen zu lassen"
Es wäre durchaus eine tolle Sache wenn hier mehr gemacht wird. Ich denke so mancher Passant würde "hängenbleiben" wenn es Stadionsprecher mit passenden Jingles gibt, Ein blankes Spiel wirkt halt nicht so interessant auf die Passanten.
Aber auf der anderen Seite Wenn ein Verein 25 Aktive Spieler in 2 Teams hat und davon 3 Leute fürs Umpen abstellen muss, 2 weitere sind beim Coachen der Jugend, Da bleibt schon für die Lineup kaum noch Luft. Mit müh und not finden sich noch 2 Leute fürs Catering sowie der Scorer. Für den Rest fehlt es leider an Leute. Leider sind die Personen aus dem Umfeld der Spieler oft nur als Zuschauer am Platz, mitmachen unterstützen will kaum einer.
Oftmals meint mann auch es braucht doch den Aufwand nicht, doch den brauchts auch in der Landesliga. Ich kann mich noch gut daran erinnern als ich in Erding zu einem LL-Spuiel war. Dort wurden die Spieler rausgerufen, Die Bayernhymne gespielt. Ein Stadionsprecher machte einen perfekten Job. Genau so geht es eigentlich. Gut hier leider ein falsches Beispiel, Erding hat inzwischen keine komplettes eigenes Team mehr. Aber ja es sollte was gemacht werden.
Wenn ich anschau was in der 2. Bundesliga inzwischen an vielen Plätzen los ist ... NIX ... da wird kurz mal ne Box aufgedreht das es as Beschallung gilt, fertig. Für Neulinge ein fades Zuschauen man kommt nicht wieder oder geht sogar nach wenigen Minuten. Je mehr ein Spiel zum Event wird umso eher halten sich die Zuschauer. Je mehr Zuschauer umso höher die Wahrscheinlichkeit für neue Spieler. Und die brauchen wir dringend, überall.
M Glaser
Es wäre durchaus eine tolle Sache wenn hier mehr gemacht wird. Ich denke so mancher Passant würde "hängenbleiben" wenn es Stadionsprecher mit passenden Jingles gibt, Ein blankes Spiel wirkt halt nicht so interessant auf die Passanten.
Aber auf der anderen Seite Wenn ein Verein 25 Aktive Spieler in 2 Teams hat und davon 3 Leute fürs Umpen abstellen muss, 2 weitere sind beim Coachen der Jugend, Da bleibt schon für die Lineup kaum noch Luft. Mit müh und not finden sich noch 2 Leute fürs Catering sowie der Scorer. Für den Rest fehlt es leider an Leute. Leider sind die Personen aus dem Umfeld der Spieler oft nur als Zuschauer am Platz, mitmachen unterstützen will kaum einer.
Oftmals meint mann auch es braucht doch den Aufwand nicht, doch den brauchts auch in der Landesliga. Ich kann mich noch gut daran erinnern als ich in Erding zu einem LL-Spuiel war. Dort wurden die Spieler rausgerufen, Die Bayernhymne gespielt. Ein Stadionsprecher machte einen perfekten Job. Genau so geht es eigentlich. Gut hier leider ein falsches Beispiel, Erding hat inzwischen keine komplettes eigenes Team mehr. Aber ja es sollte was gemacht werden.
Wenn ich anschau was in der 2. Bundesliga inzwischen an vielen Plätzen los ist ... NIX ... da wird kurz mal ne Box aufgedreht das es as Beschallung gilt, fertig. Für Neulinge ein fades Zuschauen man kommt nicht wieder oder geht sogar nach wenigen Minuten. Je mehr ein Spiel zum Event wird umso eher halten sich die Zuschauer. Je mehr Zuschauer umso höher die Wahrscheinlichkeit für neue Spieler. Und die brauchen wir dringend, überall.
M Glaser