Interference

Regelfragen, umstrittene Entscheidungen und alles weitere zum Thema Schiedsrichter wird hier behandelt.
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Ingo Köhler
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Beitrag von Ingo Köhler » 19.08.2008 14:33

Lefty hat geschrieben: Was soll ich dann als vereinsloser Ump, was nach den Statuten gar nicht geht und mir dann auch einfach just for fun zu teuer ist (das ganze Equipment usw.).
Ist folgende Frage zu ketzerisch : Für was macht denn der Großteil der Umpire Umpire ?

....ja Bicko....ich bin jung und brauch das Geld :wink:



A.B.
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Beitrag von A.B. » 19.08.2008 14:37

du merkst dir wohl jeden satz auf ewig in dem das wort "jung" drin vor kommt und der auf dich bezogen ist. :wink:

Beni
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Beitrag von Beni » 19.08.2008 15:15

Zu Situation 2:

@Outlaw:
Ich weiß nicht, ob man dem Runner in der Situation den Versuch ein Double-Play zu verhindern anlasten kann. Es war zwar ein Groundball der sehr leicht in ein Double-Play hätte verwandelt werden können, aber ich glaube nicht, dass ein Groundball zum Shortstop schon ausreicht damit man automatisch ein Double-Play annehmen kann.
Ich glaube eher, dass der richtige Call wäre: Der Runner der die Interference begangen hat ist aus, Dead Ball, Batter-Runner auf Eins und Runner von Eins auf Zwei.

Situation 3:
@ Outlaw, Hongkong:
7.09e ist glaube ich hierfür nicht die richtige Regelstelle, 7.09f hingegen schon:
Ein Schlagmann oder Läufer der gerade "Aus" gemacht wurde, begeht eine Behinderung, wenn er einen darauffolgenden Spielzug an einem Läufer behindert. Dieser Läufer kann ebenfalls wegen Behinderung durch Mannschaftsmitglieder "Aus" erklärt werden.

Dies ist hier klar der Fall. Es muss für diese Regel keine Absicht vorhanden sein. Der richtige Call müsste also sein: Runner Aus (Force am zweiten Base) und Batter-Runner ebenfalls Aus wegen der Behinderung durch den Runner.

@alle: Bleibt doch bitte sachlich bei den geschilderten Fällen und lasst den Lefty in Ruhe. Er vertritt schließlich die Meinung von sicherlich einem Großteil der Coaches (ich hab als Coach selten ein Regelheft zur Hand und will auch dass der Umpire so entscheidet, wie ich es für richtig halte, egal was die Regeln sagen). Es zeigt aber auch, dass wir es als Umpire nicht leicht haben auf dem Spielfeld in der Hitze des Gefechts einem Coach zu erklären warum wir wie entschieden haben, wenn wir es schon hier im Forum nicht schaffen, das friedlich zu regeln.

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Beitrag von daniel_papendick » 19.08.2008 18:33

@beni:
das heisst also, wenn ich als second baseman keinen bock habe, auf eins zu werfen, werfe ich halt dem von 1 auf 2 rennenden Runner in den Wanst und schon hat er mich behindert? Ich mein, ganz ehrlich: Es steht nix drin, dass der Runner, der sich verwirrterweise wieder Richtung 1 bewegte, auf den Handschuh des First Baseman zubewegt hat.
Wie auch in meiner etwas übertriebenen Einleitung muss es sowohl dem 2nd als auch dem 1st Baseman zuzumuten sein, um einen Runner, der sich auf seiner Line befindet, herumzuwerfen bzw. zu -fangen.

Denke ich zumindest.
Wer aufhört, sich verbessern zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein!

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Beitrag von Lefty » 19.08.2008 19:18

Der Daniel...

Manchmal habe ich mich bei einigen Beiträgen gefragt: "...wie meint derjenige denn das?"
Bei Dir war immer alles eindeutig, unzweifelhaft. :D :D :D

OK, zurück zum Thema. Beni hat dazu schon richtigerweise ausgeführt, wir sind deutlich abgeschweift.

Prinzipiell hast Du recht, Daniel. Die ganze Diskussion geht mir zu sehr in die Richtung, der Fielder muß nur den Runner zwischen sich und die nächst mögliche Position bekommen und schon bekommt er mit einer Unterbrechung seines fieldens oder einem anwerfen des Runners eine Interference. Auch etwas übertrieben gesprochen.

Leute, wir spielen nicht Tischtennis mit Schaumgummibällen. Selbstverständlich sollte allen beteiligten Spielern, speziell den Infieldern, zugemutet werden können, den Play auch machen zu wollen. Dazu gehört auch, daß ich mich auch von meiner Position in eine bessere/überhaupt mögliche Playposition bringe und nicht wie festgewurzelt warte, daß die Situation wieder günstig ist.

Wie hat Buzzbee79 richtigerweise geschrieben: "...Schlussel-Wort ist ... "attempting to make a play"". Also sollten die Umps auch darauf achten, daß dass der Spieler auch bestrebt ist, ein Play machen zu wollen.

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Beitrag von Outlaw » 19.08.2008 21:35

Beni hat geschrieben:Zu Situation 2:

@Outlaw:
Ich weiß nicht, ob man dem Runner in der Situation den Versuch ein Double-Play zu verhindern anlasten kann. Es war zwar ein Groundball der sehr leicht in ein Double-Play hätte verwandelt werden können, aber ich glaube nicht, dass ein Groundball zum Shortstop schon ausreicht damit man automatisch ein Double-Play annehmen kann.
Ich glaube eher, dass der richtige Call wäre: Der Runner der die Interference begangen hat ist aus, Dead Ball, Batter-Runner auf Eins und Runner von Eins auf Zwei.
Das ist eine Ermessenssache. In der Landesliga ist anzunehmen, dass ein Ball direkt zum Shortstop ein Routine-Play ist und das Double-Play versucht wird. Der Runner verhindert dies durch seine Interference.
Beni hat geschrieben: Situation 3:
@ Outlaw, Hongkong:
7.09e ist glaube ich hierfür nicht die richtige Regelstelle, 7.09f hingegen schon:
Ein Schlagmann oder Läufer der gerade "Aus" gemacht wurde, begeht eine Behinderung, wenn er einen darauffolgenden Spielzug an einem Läufer behindert. Dieser Läufer kann ebenfalls wegen Behinderung durch Mannschaftsmitglieder "Aus" erklärt werden.

Dies ist hier klar der Fall. Es muss für diese Regel keine Absicht vorhanden sein. Der richtige Call müsste also sein: Runner Aus (Force am zweiten Base) und Batter-Runner ebenfalls Aus wegen der Behinderung durch den Runner.
Ich habe mich in Situation 3 auf Regel 7.09 c nicht auf e berufen. 7.09e trifft meines erachtens auf Situation 2 zu, wie schon erklärt.

Die Tatsache, dass der Runner auf 1 nicht zur 2. Base läuft, sondern zurück zur 1. Base ist für mich der Grund, dass das Spiel von R1 auf 1st Base behindert wird, zumal er ja noch den Ball ins Kreuz bekommt.
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Beitrag von Outlaw » 19.08.2008 21:44

Lefty hat geschrieben: Wie hat Buzzbee79 richtigerweise geschrieben: "...Schlussel-Wort ist ... "attempting to make a play"". Also sollten die Umps auch darauf achten, daß dass der Spieler auch bestrebt ist, ein Play machen zu wollen.
In meinen Augen will der Fielder ja auch das Play machen, sieht aber dann den herannahenden Runner und bleibt stehen, um einer etwaigen Verletzung zu entgehen durch den Zusammenstoß. Das reicht meiner Meinung nach für die Interference. Der Runner hat schließlich auszuweichen...

Außerdem ist das hier im Forum eine ganz andere Sache. Man kann die Situationen zerpflücken und von allen anderen Seiten betrachten. Im Spiel selbst hat man nur etwa eine Sekunde um eine Entscheidung zu treffen.

Dort kann man nicht einfach Time rufen, das Regelwerk aus der Tasche ziehn und nachschlagen. Es ist verdammt hart die richtige Entscheidung zu treffen. Deswegen sind viele Calls auch judgement und dürfen nicht diskutiert werden.

Einen Call, den man einmal getätigt hat, sollte man nicht zurücknehmen. Damit macht man sich selbst nur unglaubwürdig. Den Fehler habe ich mir einmal geleistet. Danach ging das Spiel den Bach runter. Seitdem entscheide ich mich für den Call, der meiner Meinung nach richtig ist und setze ihn so durch, wie es die Regeln vorsehen. Auf Diskussionen lasse ich mich nicht ein. Wenn ein Coach, und nur ein Coach, kommt und mich fragt, was das soll. Erkläre ich ihm ruhig und gelassen, dass ich es so gesehen habe und den Call so vertrete. Meistens gehen sie dann eh wieder weg.
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Beitrag von Alexander Seipt » 20.08.2008 06:36

Outlaw hat geschrieben:Einen Call, den man einmal getätigt hat, sollte man nicht zurücknehmen. Damit macht man sich selbst nur unglaubwürdig.
Das seh ich ein bischen anders.

Wieso sollte man einen Call nicht auch zurück nehmen? Viel unglaubwürdiger machst Du Dich doch, wenn Du einen Call total verblasen hast, das auch selber weisst und jeder auf dem Feld hats auch gesehen und Du den den Team dann weis machen willst, dass das so voll in Ordnung ist, was Du da gemacht hast.

Ich hab bisher noch keine Probleme gehabt, wenn ich nen Call geändert habe. Ich denke, dass man die Teams net unbedingt verarschen muss. Wenn man einen rechten Dreck gecalled hat sollte man auch soviel Größe haben und den Call auch abändern.

Und nur mal so am Rande, wenn man keinen Call ändern sollte: Was machst dann bei nem Check-Swing.... Auf "Ball" beharren, wenn der Kollege deutlich zu erkennen gibt "Yes, he did"?

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Beitrag von Lefty » 20.08.2008 09:06

Outlaw hat geschrieben:Außerdem ist das hier im Forum eine ganz andere Sache. Man kann die Situationen zerpflücken und von allen anderen Seiten betrachten. Im Spiel selbst hat man nur etwa eine Sekunde um eine Entscheidung zu treffen.
Machen wir ja und wie Beni es bereits schrieb, es ist sicher auch für die Umps interessant, wie relativ "einfache" Situationen wie 1 und 3 von anderen Umps und auch Nicht-Umps gesehen werden. Das sollte ja der Sinn der Sache sein.
Outlaw hat geschrieben:In meinen Augen will der Fielder ja auch das Play machen, sieht aber dann den herannahenden Runner und bleibt stehen, um einer etwaigen Verletzung zu entgehen durch den Zusammenstoß. Das reicht meiner Meinung nach für die Interference. Der Runner hat schließlich auszuweichen...
In meinen Augen wollte der Fielder den einfachsten Weg gehen. Er bekommt den Ball schon noch und macht den Runner dann halt auf 2 aus. Dämlicherweise hat er das Fielden verbockt.
Nun kann es, in meinen Augen aber nicht so sein, daß Fielderfehler mit Runner irgendwo in der Nähe Interference sind.

Noch was zum Verletzungen oder Kontakt vermeiden. Wir spielen zwar keinen Vollkontaktsport, aber Kontakte sind nicht zu vermeiden, z.B. beim Out at Base. Was macht der 2B z.B. dann? Da geht es richtig zur Sache, da war diese Situation nur lari fari dagegen.
Er hat im Spiel einen Job und den hat er zu tun. Wenn ihm das zu heikel ist..., ggf. OF oder er sollte sich was anderes suchen.

Nein, für mich ist diese Situation eindeutig, der Fielder hätte durchlaufen müssen, der Runner hätte dies gesehen und dann überhaupt erst die Chance/Notwendigkeit gehabt, dem Fielder auszuweichen.
Outlaw hat geschrieben:Dort kann man nicht einfach Time rufen, das Regelwerk aus der Tasche ziehn und nachschlagen. Es ist verdammt hart die richtige Entscheidung zu treffen. Deswegen sind viele Calls auch judgement und dürfen nicht diskutiert werden.

Einen Call, den man einmal getätigt hat, sollte man nicht zurücknehmen. Damit macht man sich selbst nur unglaubwürdig. Den Fehler habe ich mir einmal geleistet. Danach ging das Spiel den Bach runter. Seitdem entscheide ich mich für den Call, der meiner Meinung nach richtig ist und setze ihn so durch, wie es die Regeln vorsehen. Auf Diskussionen lasse ich mich nicht ein. Wenn ein Coach, und nur ein Coach, kommt und mich fragt, was das soll. Erkläre ich ihm ruhig und gelassen, dass ich es so gesehen habe und den Call so vertrete. Meistens gehen sie dann eh wieder weg.
Ich sehe in der Arbeit der Umps einen wesentlichen Beitrag für ein gutes Spiel und zolle diesen den größten Respekt.

Aber, wie der Alex das bereits schrieb, wenn man einen Fehler macht (OK im Sport sicher schon etwas größere), dann sollte man dazu stehen und, wenn dies möglich ist, diesen korrigieren. Meine Meinung.

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Beitrag von Gretzky #99 » 20.08.2008 10:07

Lefty hat geschrieben:
Outlaw hat geschrieben:In meinen Augen will der Fielder ja auch das Play machen, sieht aber dann den herannahenden Runner und bleibt stehen, um einer etwaigen Verletzung zu entgehen durch den Zusammenstoß. Das reicht meiner Meinung nach für die Interference. Der Runner hat schließlich auszuweichen...
In meinen Augen wollte der Fielder den einfachsten Weg gehen. Er bekommt den Ball schon noch und macht den Runner dann halt auf 2 aus. Dämlicherweise hat er das Fielden verbockt.
Nun kann es, in meinen Augen aber nicht so sein, daß Fielderfehler mit Runner irgendwo in der Nähe Interference sind.

Noch was zum Verletzungen oder Kontakt vermeiden. Wir spielen zwar keinen Vollkontaktsport, aber Kontakte sind nicht zu vermeiden, z.B. beim Out at Base. Was macht der 2B z.B. dann? Da geht es richtig zur Sache, da war diese Situation nur lari fari dagegen.
Er hat im Spiel einen Job und den hat er zu tun. Wenn ihm das zu heikel ist..., ggf. OF oder er sollte sich was anderes suchen.

Nein, für mich ist diese Situation eindeutig, der Fielder hätte durchlaufen müssen, der Runner hätte dies gesehen und dann überhaupt erst die Chance/Notwendigkeit gehabt, dem Fielder auszuweichen.

.
seh ich auch so, der Fielder muss schon versuchen den ball zu fielden wird er dann vom Runner berüht ist es Behinderung, aber so wie es geschildert ist sehe ich keine vorliegen.

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Beitrag von Outlaw » 20.08.2008 12:12

Alexander Seipt hat geschrieben:
Outlaw hat geschrieben:Einen Call, den man einmal getätigt hat, sollte man nicht zurücknehmen. Damit macht man sich selbst nur unglaubwürdig.
Das seh ich ein bischen anders.

Wieso sollte man einen Call nicht auch zurück nehmen? Viel unglaubwürdiger machst Du Dich doch, wenn Du einen Call total verblasen hast, das auch selber weisst und jeder auf dem Feld hats auch gesehen und Du den den Team dann weis machen willst, dass das so voll in Ordnung ist, was Du da gemacht hast.

Ich hab bisher noch keine Probleme gehabt, wenn ich nen Call geändert habe. Ich denke, dass man die Teams net unbedingt verarschen muss. Wenn man einen rechten Dreck gecalled hat sollte man auch soviel Größe haben und den Call auch abändern.

Und nur mal so am Rande, wenn man keinen Call ändern sollte: Was machst dann bei nem Check-Swing.... Auf "Ball" beharren, wenn der Kollege deutlich zu erkennen gibt "Yes, he did"?
Ne ich meinte das anders. Nach einer Beratung mit den Kollegen, wenn er das Play besser gesehen hat, ist das eine völlig andere Situation. Aber aufgrund dessen, dass einer der beiden Coaches kommt, sich beschwert und man sich dann unter Druck gesetzt fühlt, daraufhin den Call revidiert... Da schaufelste Dir doch dein eigenes Grab.
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Beitrag von Beni » 20.08.2008 16:32

@ Outlaw:
Situation 3
Ich stelle gerade fest, dass es zwischen meinem deutschen Regelheft und dem englischen Original unterschiede bei der Nummerierung gibt bzw. mein deutsches Regelheft wohl nicht die aktuellste Ausgabe ist, deshalb die Verwirrung.
7.09 (c) ist die richtige Stelle in den neuen 2008er Regeln. Diesen Fall haben wir ganz klar in Situation 3. Absicht muss nicht vorliegen. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind wir uns hier also einig, hatten nur verschiedene Regel-Nummern.
Edit: Hab mir die 2008er Regeln angeschaut. Hat sich damit erledigt.

@ daniel_papendick:
Situation 3
Als Second-Baseman hab ich in dieser Situation den Runner im Rücken, muss also davon ausgehen, dass dieser angelaufen kommt und versucht mir die Beine wegzusliden. Also versuch ich nur so schnell wie möglich den Ball wieder loszuwerden und vom Base wegzukommen. Ich schau nicht erst, ob der Runner vielleicht im Weg steht. Wenn der Runner noch im Weg steht hat er einfach Pech gehabt. Deswegen siehst du auch in den Majors Spieler die bei Double-Play Groundern aus der Baseline rausgehen oder auf halbem Weg zu zwei schon sliden um eben nicht im Weg zu stehen.
Außerdem, mal abgesehen davon, dass es für die Regelauslegung überhaupt keine Bedeutung hat: Beweg dich mal von Zwei zurück in Richtung Eins ohne dich auf den Handschuh des Firstbaseman zuzubewegen...

@Gretzky99: Wie schonmal gesagt: Für Interference ist kein Kontakt zwischen Runner und Fielder nötig.

@Lefty:
Situation 1:
Ich hab den Spielzug live gesehen und kann es deshalb vermutlich am besten beurteilen: Der Fielder wollte klar nicht den einfachsten Weg gehen, sondern konnte den Ball einfach nicht so fielden wie er wollte (und wie es 99% aller Secondbasemen auch getan hätten). Sicher hat er es verbockt den Ball zu fielden, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er bedhindert wurde.

@alle:
Calls zurücknehmen kommt bei mir stark auf die Art des Calls an. Judgement-Calls (z.B. Safe/Out, Interference Ja/Nein, Fair/Foul, etc.) sollte man nicht zurücknehmen. Zumindest nicht nach einem Protest eines Coaches, da man die Spielsituation verändert hat und nicht weiß was bei einem anderen Call passiert wäre.
Bei Calls die passieren wenn der Ball tot ist, z.B. Base-Awards bei Overthrows, kann man das ohne Probleme tun, wenn man sich sicher ist, dass der Coach doch recht hat und man einen Fehler gemacht hat.

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Beitrag von Lefty » 20.08.2008 17:24

Beni hat geschrieben:@Lefty:
Situation 1:
Ich hab den Spielzug live gesehen und kann es deshalb vermutlich am besten beurteilen: Der Fielder wollte klar nicht den einfachsten Weg gehen, sondern konnte den Ball einfach nicht so fielden wie er wollte (und wie es 99% aller Secondbasemen auch getan hätten). Sicher hat er es verbockt den Ball zu fielden, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er bedhindert wurde.
Klar solltest Du es eigentlich am besten beurteilen können und meine Äußerung waren ja nur eine Anwort auf eine Frage und in keinster Weise Kritik an Deinem Call.
Dann kam es halt mal zu einer Fehlentscheidung, wen interessierts. Das Spiel hat die sicher nicht entschieden.

Ich (und andere sicher auch) versuche mir halt bloß die Situation vorzustellen. Wo mußte ca. der geschlagene Ball gewesen sein, als dieser noch vor mir (in einem von mir bemerkbaren Bereich) auf den 2B zulief, wenn er dann, bei meinem Lauf, erst hinter mir über die Baseline geht? Ich denke, daß waren, je nach Schlagstärke, min. 5...6m, eher mehr. Ich denke, genügend Platz für den 2B klar zu machen, daß er dahin will.
Was soll ein Runner zukünftig tun, wenn ein Grounder geschlagen wird? Erstmal warten, Hauptsache der Fielder hat alle Zeit der Welt? Da frage ich mich doch glatt, wozu ein Lead nehmen, wenn ich eh u.U. "warten" und beobachten muß, wo geht der Ball überhaupt hin und steht da wer/könnte da noch wer hinlaufen? Etwas übertrieben formuliert.

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Beitrag von Outlaw » 20.08.2008 20:32

Im Endeffekt kann Dir der Umpire schon die Interference callen, wenn Du nur über den Ball springst und die Sicht des Fielders behinderst. Das habe ich auch schon ein paar mal in der ersten Liga gesehn.
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Beitrag von Lefty » 21.08.2008 08:05

Outlaw hat geschrieben:Im Endeffekt kann Dir der Umpire schon die Interference callen, wenn Du nur über den Ball springst und die Sicht des Fielders behinderst. Das habe ich auch schon ein paar mal in der ersten Liga gesehn.
Christian, Du hast vollkommen recht. Das kann man als Interference werten, ist für mich aber deutliche Ermessenssache (z.B. wie weit steht der Fielder noch im Feld etc.). Das wäre aber eine andere Diskussion. Hier heißt es, ABER...

in der Beschreibung ist der Runner nicht über den Ball gesprungen, sondern der Ball kreuzte den Weg der Baseline erst hinter ihm!!!

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